... nie vom Leben flüchtend

Über Theresa von Avila

geschrieben am 07.06.2012 von Hendrik Heidler, Scheibenberg

»Teresa (von Avila (1515 -1582)) war mitnichten, was man sich unter einem klösterlichen Geschöpf vorstellt, weder dem Leibe noch der Seele noch dem Geiste nach, was alles auf höchste Aktivität gestellt war. Die frommen Bücher langweilten sie nicht weniger als das obligate Hersagen der Gebete. Sie wünschte, daß man von Herzen fröhlich sei und sich damit beschäftige, die anderen zu erheitern. Und daß man sich sehr hüten solle, »seinem Geist zu entfliehen«, wenn man so glücklich sei, einen zu haben. Alle großen Einsiedler und Mönche waren mächtige und heroische Liebhaber der Wirklichkeit, welche die Fackel des Lebens weitergaben, nie vom Leben flüchtende Feiglinge und selbstische Visionäre. Mit Verfall quittiert die Kirche, wenn ihrem geistigen Leben die mystische Nahrung aus diesem Elan vital versagt bleibt.« Franz Blei

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