Staunen Nr. 2

Über das Wunder der Geburt

geschrieben am 09.06.2012 von Hendrik Heidler, Scheibenberg

Ja, es ist ein faszinierendes Staunen. ich halte dieses Wunderwesen in meinen Händen und es schaut mich doch tatsächlich an. Es sieht mich, es schaut, es staunt, vergisst zu atmen, wenn es mich sieht, mich hört, die Vöglein hört, das Grün der Bäume sieht. Ich weiß ja nicht, wie es wahrnimmt aber ich sehe das schauende, offene, ganze, 100%ige Schauen. Das Schauen mit seinem ganzen Sein. Ich werd verrückt vor Glück, wenn ich das wahrnehme, wie Ganzheit nicht nur abstrakter Begriff ist, sondern tatsächliches Sein eines solchen kleinen Wesens ... und doch erscheint es mir so unendlich viel größer als ich, da ich genau darum ringe ganz zu sein ... es IST es längst und einfach so ... und ich ja auch, da ich es auch war und immer bin, genau so auf die Welt gekommen ... und das auch, wenn ich es mir manchmal wegglaube oder es mir ausgeredet werden soll ... ich sehe die Vollkommenheit, wenn mich mein Söhnchen erschaut und dabei erschauert ... und ich sehe, dass er mich in meiner Vollkommenheit erschaut, einfach so ... welche Anmaßung zu glauben, ich, wir Menschen, seien unvollkommene Geschöpfe! Und dann, schaut er aus seinen Augen, nachdem er doch erst vor nicht einmal einem Jahr gezeugt. Woher kommen diese Augen, diese schauenden?

Wir kann das sein? Und ich fege hinweg alle biochemischen Konstrukte, allen naturwissenschaftliche Materialismus. Mich schauen Augen an und ich weiß NICHT, woher sie kommen, wie DAS sein kann. Er schaut und gut. Und ich staune und gut. Danke!

Ich fühle mich mit meinen Fähigkeiten verpflichtet, ihn zu schützen und das anzusprechen, was offensichtlich und für jeden überall deutlich wahrnehmbar ist: Die kapitalistische Totesnjagd nach mehr.

PS: Vor wenigen Wochen wurden mein jüngster Sohn geboren.

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