Jeder Mensch ist reich, auch ohne Geld
geschrieben am 26.10.2012 von Hendrik Heidler, Scheibenberg
Visionen erschöpfen sich im modernen Leben zumeist in Neugründungen von Unternehmen und neuen Waren. Doch sind das wirklich zukunftsorientierte Träume? Und: Was ist, wenn gerade das, was wir am meisten gewohnt sind – Geld, Waren einkaufen, für Gewinn arbeiten – eigentliche Ursachen für Krankheit und Unzufriedenheit sind? Diese Gedanken stehen hinter meiner folgenden Visionsbeschereibung:
Jeder Mensch ist Kraft seiner Geburt existenzberechtigt. Aus der Natur der Erde heraus – aus der er hervorgegangen ist – sind alle erforderlichen Voraussetzungen für seine Existenz in Fülle vorhanden. Es gibt in dieser Natur keinen Mangel, anderenfalls wären wir Menschen nicht aus dieser hervorgegangen. Unsere irdische Existenz beweist somit das Vorhandensein alles Erforderlichen im Überfluss. Es ist für alles gesorgt, was der Mensch braucht, weil er selbst Natur ist. Die natürlichen Bedingungen seiner Existenz können demnach auch als Kraft der Liebe bezeichnet werden. Diese zu verleugnen hieße, die Grundlagen seines Entstehens und seiner Ganzheit (Gesundheit) zu missachten. Damit ginge die Wahrnehmung der Fülle auf Erden verloren. Der Mensch würde krank, weil er sich seiner natürlichen Wurzeln entzöge. Dies scheint mir derzeit der Fall zu sein.
Mangel erscheint als ein gesellschaftliches Konstrukt, um Abhängigkeiten auszuüben.
Es ist demnach ein Akt der Liebe, jedem Menschen bedingungslosen Zugang zu allen Voraussetzungen für seine ganzheitliche Existenzentfaltung zu ermöglichen.
Konkret heißt das unter anderem:
- Basis allen gesellschaftlichen (inkl. wirtschaftlichen) Seins sei die liebevolle Achtung jedes Menschen und deren Gleichheit in aller Individualität.
- Jeder Mensch ist Kraft seiner Geburt existenzberechtigt. Jede Gesellschaft, die seine ganzheitliche Existenzberechtigung inklusive seiner allseitigen, individuellen und ganzheitlichen Entwicklung der wirtschaftlichen Finanzierbarkeit unterwirft, ist lebensfeindlich und damit überholt.
- Kein Mensch darf von der Möglichkeit seiner ganzheitlichen Existenzentfaltung abgeschnitten werden.
- Jeder Mensch ist einzigartig. Deshalb darf kein Mensch als Gebrauchs- oder Tauschwert verwertet werden.
- Jeder Mensch hat ein natürliches Recht auf Fehler, Irrungen und Arbeitslosigkeit, ohne das er in seiner ganzheitlichen Existenzentfaltung beeinträchtigt oder gar gehindert wird. Es darf Kraft seiner Existenz einfach nicht mehr geschehen, das so genanntes menschliches Versagen zu Existenznöten führt. Die Erde bietet genug für alle. Nur die Aneignung dieses Reichtums durch wenige bzw. dessen Verwendung für gesellschaftlichen Herrschaftszwang (Rüstung, Kriegsmedizin, Wegwerfwaren, Werbung usw,) erschafft vermeintlichen Mangel.
- Jeder Mensch hat ein natürliches Recht auf Liebe, Erkrankung, Wandlung, Suche, Einkehr, Heilung, Liebeskummer, Trauer, Stille, Begleitung, Hilfe, Behandlung, Studium, Faulheit, Tätigkeit, Ausprobieren, Reisen, geborgenes natürliches Sterben usw., ohne dass er mangels Finanzierbarkeit darauf verzichten muss und ohne, dass er mittels Arbeitszwang, Drogen, Medikamenten, Gewissensnot, Psychotherapien und sonstigen Dressurmaßnahmen zum Funktionieren gezwungen wird.
- Jeder Mensch hat ein natürliches Recht auf Verweigerung, ohne in Armut geworfen zu werden.
- Jeder Mensch hat ein natürliches Bedürfnis und Recht auf freudvolles Tätigsein. Deren Sinn kann nur jeder Einzelne bestimmen.
- Und in diesem Sinne weiter ...
Voraussetzung für diese Vision ist ein menschliche Gemeinschaft, in der die ganzheitliche Existenzentfaltung jedes Menschen im Einklang mit der gesamten Gesellschaft steht. KEIN EINZELNER MENSCH DARF FÜR DIE GESAMTHEIT IN SEINER EXISTENZ GEFÄHRDET ODER GAR AUSGESCHLOSSEN WERDEN. Dafür ist es nötig, dass gemeinschaftlich über die benötigten Voraussetzungen zur Befriedigung der natürlichen menschlichen Bedürfnisse entschieden wird. Stetiges Wirtschaftswachstum zum Zwecke eines sinnlosen Gewinnanhäufens schließt sich in diesem Sinne aus und widerspricht jeglicher Natur.
Individuelles Heilsein setzt somit immer auch gesellschaftliches Heilsein voraus und umgekehrt. (Es ist für mich sehr betrüblich und unbefriedigend mit anzusehen, Menschen nach einer Heilbehandlung wieder in die gleichen unheilen gesellschaftliche Strukturen zu entlassen, in denen sie ja vorher ihre Erkrankung erlitten.)
Was nützt uns eine Wirtschaft, die um ihrer Selbstwillen betrieben wird und nicht um der Liebe und der Bedürftigkeit willen für Mensch und Natur?
Susann und Hendrik Heidler
PS: Das wir von realen Notwendigkeiten und keinen träumerischen Weltfremdheiten sprechen, sollte für jeden der Blick in die täglichen Nachrichten, die Praxen der Ärzte, die Zimmer der Krankenhäuser und die finanziellen und seelischen Nöte unzähliger Menschenherzen zeigen.