Schattenboxen „Gegen Nazis“
Feindbilder = geschickte Ablenkungen
geschrieben am 07.07.2016 von Elisabeth Kraut, Dresden
Ich wage mich jetzt an ein heikles Thema heran und möchte vorab auch gleich betonen, dass das keine Lobeshymne für Nazis oder für sonst irgendwelche menschenverachtenden und klassifizierenden Meinungen und Parteien ist.
Überall in den Medien, beim Kabarett, im Fernsehen und im Internet wird gegen Nazis geschimpft.
Lustige Gags gegen Nazis sind mittlerweile Standardprogramm auf fast jeder Bühne. Flüchtlinge gegen Nazis, ich muss mich entscheiden. Bin ich für Flüchtlinge, gegen Nazis, gegen Flüchtlinge und für Nazis - Für Schwarz oder Weiß? Was steckt eigentlich dahinter? Hinter den Hass gegen Nazis? Ein neues Feindbild? Eine neue Ablenkung? Die Ängste werden geschickt gelenkt. Bleiben wir nicht trotzdem wie gelähmt; es bleibt doch trotzdem alles beim Alten, auch wenn die Gags noch so lustig und scharf sind. Was bringt uns denn der Hass gegen Nazis? Geht das nicht am eigentlichen Thema vorbei? Nämlich, dass wir eine humane Gesellschaft hinbekommen, wo JEDER Mensch ein Recht auf Freiheit und Entfaltung hat!
Umso mehr ich Energie in das „ich bin gegen…“ stecke, desto mehr Energie bekommt doch erst das, gegen was ich bin. Wenn ich jedes Mal wieder die Aufmerksamkeit auf das lenke, was ich eigentlich weg haben will, darf ich mich auch nicht wundern, dass es trotzdem präsent bleibt. Und woher kommt überhaupt der Gedanke, dass Ausländer, speziell Flüchtlinge, anderen etwas wegnehmen? Nehmen uns diese Menschen wirklich etwas weg? Haben wir, der Goldene Westen, nicht schon vorher den Flüchtenden etwas weggenommen (oder wieso flüchten sie)? Indem wir zuerst das Land „demokratisieren“ wollen, unsre Wirtschaft und Wertvorstellungen aufbrummen wollen, deren Wirtschaft zerstören und wenn sich dagegen gewehrt wird, werden Bomben geschmissen? So, wie es in etlichen Ländern schon passiert ist und gerade passiert? Kurz um: wenn die westlichen Werte nicht akzeptiert werden wird mit Bomben, Drohnen und 1A Handwaffen für Ordnung gesorgt. Weil DAS nämlich die Menschenwürde übers Volk bringt. Aber der Islam ist sau gefährlich, mit seinen eben anderen Werten. Und ich meine damit nicht einige barbarische Traditionen. Das sollten wir nämlich nicht verwechseln. Im Koran ist es sogar untersagt, Ehrenmorde zu begehen. Das ist nur ein Beispiel. Dass im Alten Testament grausame Sitten stehen, brauch ich wohl auch nicht zu erwähnen. Also kommen wir doch ENDLICH weg von diesen dogmatischen Religionen und Gedanken und bieten menschliche Lösungen an. Sind wir lieber FÜR die Menschheit, für jeden einzelnen Menschen auf dieser Erde und nicht „Gegen Nazis“ oder „Gegen Flüchtlinge“. Das raubt uns nur unnötig Energie, Energie die wir in ein Miteinander und nicht in ein Gegeneinander stecken können.
Solange wir an die Religion namens Kapitalismus glauben, wird es Ängste geben, dass einer mehr hat als ein anderer. Da fängt doch die Spaltung an. Solange wir weiterhin auf Konkurrenzbasis unsere Wirtschaft leiten, solang wird es auch Kriege geben (im Großen, wie im Kleinen). Solange es Kriege gibt, wird es auch Menschen geben, die davor flüchten. Solange es Menschen gibt, die durch den Mehrwert aller Güter Profit machen, wird es auch Menschen geben, die im Monat mit so wenig Geld auskommen müssen, wie im Primark ein ganzes Outfit kostet, welches sie, unter völlig unmenschlichen Umständen, vorher genäht haben.
Die Frage, die sich jeder von uns stellen sollte ist nicht, „Wer nimmt mir was weg?“, sondern die Frage ist doch, „Wie können wir jeden einzelnen Menschen ein gutes, lebenswertes Leben geben?“
Die wichtigste Antwort ist: indem die Grundbedürfnisse (Essen, Trinken und Wohnen) eines jenen Menschen nicht an Geld geknüpft sind.