Selbstmordprogramm Depression oder
weshalb der Neandertaler verhungerte
geschrieben am 06.12.2017 von Hendrik Heidler, Scheibenberg
Dank dem Bericht eines großen Nachrichtensenders können wir nun endlich daraus ableitend das Rätsel lösen, weshalb der Neandertaler ausstarb: er verhungerte!* Doch weit gefehlt wer denkt, ihm sei das Wildbrett mangels steinzeitlicher Ungeschicklichkeit entschlüpft. Nein, in seinen Genen tickte die grausame Zeitbombe, die wir Depression nennen. Diese wurde aktiviert, als er feststellte, wie schön der Homo sapiens im Vergleich zu ihm aussah. Also ließ er seine Schultern hängen und schleifte sich mit einer massiven Depression in seine Höhle. Die Jagd war ihm egal und so verhungerte er.
Denn, laut oben erwähntem Bericht, liegen die Gründe auch heutzutage für Depressionen keineswegs in den Zumutungen modernen Daseins, welche höchstens nur zu zehn Prozent als Auslöser dafür gelten, sondern ebenfalls auch in uns modernen Menschen schlummerndem Programm der depressiven Finsternis. Offenbar hat es die Natur, oder wer auch immer, in weiser Voraussicht bereits vor einigen Millionen Jahren in unsere Gene installiert, um der Vernichtung der Welt mittels Atomwaffen und Umweltverschmutzung vorzubeugen. Der dabei auftretende 10-prozentige Stress startet das Depressionsprogramm und wir werden depressiv und sterben aus, ehe wir den roten Knopf drücken können. Womit bewiesen wäre, dass die modernen Lebensbedingungen keinen Grund für depressive Zustände hergeben sondern im Gegenteil sogar notwendigerweise erschaffen werden müssen, um die Vernichtung der Welt zu verhindern.
Huch, die schöne neue Welt wäre wieder mal gerettet.
Eine andere Sichtweise:
Aber es könnte auch ganz anders sein. Das, was naturwissenschaftliche Superhirne als genetisches Programm der Depression interpretieren und nur durch vernachlässigbare zehn Prozent der modernen Lebensweise ausgelöst werde, könnte auch anders als uns wesenseigene (genetische) Selbstheilungskraft verstanden werden. Beginnt diese die Folgen moderner Zumutungen zu heilen, wird aber infolge naturwissenschaftlich medizinischer Deutungen als „genetisches Krankheitsprogramm“ unterdrückt – siehe Fernsehbericht – bleibt die Heilung stecken, was wir dann Depression nennen. Ein „Teufelskreis“ hat begonnen.
*Anmerkung:
Haben Sie das mit dem Neandertaler auch geglaubt? Nun, das war reine Ironie meinerseits. Wir waren nicht dabei. Aber die Aussage zu den nahezu rein genetischen Ursachen der Depression wurde absolut ernsthaft als wahr verbreitet. Da muss man doch einfach ironisch werden, um das leider allzu häufige „logische“ Fortspinnen solcher Interpretationen, wie zu dem depressiven Aussterben des Neandertalers zu entlarven. Was ich nicht als reinen Spaß betrachte, sondern als Schutz durch Überspitzung vor solchen „Wahrheiten“, die leider viel zu oft Einzug in Lehr- und Schulbüchern finden und woraus dann medizinische Behandlungsmethoden entwickelt werden.
Hendrik Heidler©, Scheibenberg, am 5. Dezember 2017