©Zeichnung von Norbert Anspach aus: „Rubbrich, Rubbrich Baasnstiel“, Hendrik Heidler, Scheibenberg, 2000

Zuhause – ein Traum der Liebe?

Nachdenkliches zur Weihnacht

geschrieben am 20.12.2017 von Hendrik Heidler, Scheibenberg

Wenn Kinder geschafft sind, wie jetzt vom Spiel im tiefen Schnee, ist es die natürlichste Sache der Welt, nach Hause zu gehen. Dort finden sie Geborgenheit, Raum für Erholung, Essen, Wärme, Liebe. 

Von letzterer ist viel die Rede, derzeit im Advent und zu Weihnachten. Das macht nachdenklich, eine Erinnerung taucht auf, irgendwo gelesen: „Wovon viel gesprochen wird, das fehlt am meisten."

Fehlt Liebe? Dort, wo alles funkelt und glitzert und nicht nur Kinderzimmer mit Dingen überquellen? Dort, wo barmherzige Reden zu Tränen rühren? Dort wo großzügige Spenden fließen? Kann doch nicht sein, oder? 

Oder gerade dort? Sollte Liebe vielleicht doch nicht kaufbar sein, kaufbar, wie die perfektesten Christbäume, die garantiert keine Nadeln verlieren ... aber eben häufig auch wenig auf Liebe und Herzenswärme verweisen?

Der ulkige Typ hier auf der wunderbaren Grafik von Norbert Anspach mag belächelt werden wie er versucht, aus dem Besenstiel einen Weihnachtsbaum zu basteln. Doch er weiß gewiss tausandfach mehr, was es heißt, zu lieben, für seine Lieben sich hinzugeben und noch aus Wenigem, viel zu machen. 

Ja, es fehlt Liebe, wenn nicht alle Kinder sagen können: „Ich geh' nach Hause“, weil sie keins haben, es ihnen vorenthalten wird ... als "leider in Kauf zu nehmender Preis" für all das Glitzern und Funkeln verführerischer Kaufgeschenke, auf die ja wohl keiner verzichten möchte. 

Vielleicht verliert sich dort Liebe, wo sie nur für sich selbst und seine Lieben als einem zustehend eingefordert wird ... und die anderen in ihrem Elend als selber schuld verleumdet werden?

Uns scheint, es ist längst an der Zeit unruhig zu werden, damit des einen Zuhause nicht mehr um den Preis fremden Leids erkauft ist. Besinnliche Weihnachten könnte auch heißen, endlich zur Besinnung zu kommen, was wir hier gerade an Lieblosigkeit auf Erden anrichten. Und uns scheint, die Krippe ist viel zu klein, als dass wir uns noch dahinter verstecken können als hätten wir damit nichts zu tun. Schauen wir hin, wie es ist wirklich ist, dann kehrt auch wieder Liebe ein, selbst um den Preis von etwas weniger Glitzern und Funkeln.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit und ein liebevolles Jahr 2018.

Susann und Hendrik Heidler

 

Kommentare